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Der Brautschleier – damals und heute

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Kaum ein Accessoire wird so stark in Verbindung mit dem Brautkleid gestellt, wie der Brautschleier. Welcher Ursprung hinter dem hübschen Kopfschmuck steckt und wie es heute um den Schleier bestellt ist – hier gibt es die Antworten.

Der Brautschleier als Accessoire

Für viele Bräute ist der Brautschleier auch heute noch fester Bestandteil des Brautdresses, quasi ein Must-Have. Es gibt unzählige Modelle. Lang, kurz, mit Perlen besetzt, mit Spitze verziert einlagig oder mit zwei Schichten des leichten Stoffes. Zu jedem Brautkleid kann also nach belieben der passende Schleier ausgewählt werden.
Einige Bräute entscheiden sich aber auch komplett gegen einen Brautschleier.
Heute ist es der Braut selbst überlassen, ob sie einen Schleier tragen möchte, oder eben nicht.
Das war aber nicht immer so…

Der Brautschleier in seiner ursprünglichen Bedeutung

Damals hatte der Brautschleier tiefgründige Bedeutungen. Der Weiße, später auch rote Schleier stand als Symbol der Jungfräulichkeit. Der Vater der Braut übergab dem Bräutigam seine verschleierte Tochter. Der Schleier wurde dann entweder vorm Altar, meist aber erst kurz vor Mitternacht vom Bräutigam gelüftet. Heiratete eine Frau hingegen zum zweiten Mal, so trug sie bei dieser Hochzeit keinen Schleier.
Der Brautschleier stand aber nicht nur für die Reinheit und Unberührtheit der Braut. Er war ebenfalls ein Zeichen der Trennung vom Elternhaus. Den Abschiedsschmerz und die Tränen konnte die Braut dann unter dem Schleier verbergen.
Dem Brautschleier wurde außerdem die Kraft zugesprochen, die Braut beim Übergang vom Elternhaus zum Ehemann vor bösen Geistern und Dämonen zu schützen.

In einigen Kulturen wird der Schleier auch heute noch als Zeichen der Jungfräulichkeit und des Abschiedes von der Braut getragen. So zum Beispiel in der Türkei. Die zukünftige Braut bedeckt ihr Gesicht während des Henna-Abend (Junggesellinnenabschied), der traditionell nur unter Frauen gefeiert wird, mit einem roten Schleier. Bei einer Zeremonie werden Abschiedslieder für die Braut gesungen, wobei die Braut ihren Tränen unter dem Schleier freien Lauf lassen kann.

Der Schleiertanz

Der Brautschleier ist nicht nur facettenreich, was seine Bedeutungen von damals und seine Variationen von heute angeht. Es gibt sogar einen Hochzeitsbrauch, bei dem es sich um den Brautschleier dreht: den Schleiertanz.
Ähnlich wie beim Brautstrauß-Wurf geht es um die große Frage, wer wohl die nächste Braut sein wird. Allerdings wird dazu der Schleier nicht geworfen – er wird sprichwörtlich in Stücke gerissen.
Dazu versammeln sich alle ledigen Frauen um Mitternacht um die Braut und reißen sich beim Tanzen ein Stück des Brautschleiers ab. Wer am Ende das größte Stück ergattert hat, ist die glückliche, die als nächstes in den Hafen der Ehe einkehren wird.

Eine weitere Variante des Schleiertanzes geht etwas gemäßigter zu. Der Schleier wird hierbei über das tanzende Brautpaar gespannt und die Gäste werfen Geld in den Schleier. Jeder Gast, der etwas in den Schleier geworfen hat, darf anschließend mit dem Brautpaar tanzen. Das Geld, was bei diesem Tanz zusammenkommt, dient dem Brautpaar als finanzielle Unterstützung.

Fazit

Hinter dem Brautschleier verbergen sich manche Traditionen und Bräuche. In einigen Kulturen sind diese Traditionen auch bis heute noch beibehalten worden.
Hierzulande ist es jedoch eine reine Geschmackssache, ob eine Braut sich für oder gegen einen Brautschleier entscheidet.
Und ganz gleich, ob mit oder ohne Schleier – jede Braut ist einzigartig und wunderschön.